In den vergangenen Monaten und Jahren gab es sehr viele emotionale Debatten zur “friedlichen” Nutzung der Atomenergie. Seit den Ereignissen vom 11.März 2011 in Fukushima/Japan sollte der Menschheit langsam klar geworden sein, dass diese Form der Energiegewinnung keine Zukunft hat, sondern vielmehr den Blick auf eine verantwortungsvolle Energiepolitik vernebelt.
Es wird diskutiert und bisweilen auch gehandelt.
Deutschland wird hoffentlich eine Vorreiterrolle spielen.
Wenn Deutschland aussteigt, gewinnen wir keine Sicherheit
Dies ist ein gerne benutzte Aussage, um gegen den forcierten und zunächst alleinigen Austieg aus der Atomenergie Deutschlands zu argumentieren.
Um es zu entkräften, muss Mensch keine höhere Mathematik in Anspruch nehmen. Es ist reine Statistik und einfache Logik.
Der Risikofaktor sinkt mit der Anzahl subtrahierter, potentieller Risikofaktoren.
Nach seriösen Berechnungen, wird sich auf der Erde alle 23 Jahre ein SuperGAU abspielen.
Es ist daher zynisch zu sagen, das eine Reduzierung der Gefahrenquellen, nicht mehr Sicherheit bringt. Sicher ist: Ein Restrisiko bleibt – bezogen auf die Reaktoren der Nachbarländer. Aber es wird geringer. Das ist kein Trost, aber die Strukturen der EU sind kompliziert.
Die Macht in der EU ist durch nationalstaatliche Egoismen darauf reduziert, in dieser Frage jedem Land seine Autonomie zu geben.
Und wenn man dies von Deutschland auf die EU überträgt, so entsteht eine gewaltige Potention der wirtschaftlichen Macht der europaweiten Atomlobbyisten.
Die von der EU beschlossenen “Stresstests” sind reine Makulatur.
Sie sind ein Moratorium für die EU-Volksseele. Unehrlich.
Die politischen Aktivitäten der EU-Kommission sind ein klares ökonomisches Sklavensignal der EU-Politik in die Richtung der Wirtschaft!
Kurz zu den Fakten:
- In Europa sind zur Zeit 93 Atomkraftwerke mit 196 Reaktorblöcken am Netz (inkl. Deutschland)
- Die Atompolitik ist eine nationale Angelegenheit.
- Die christlich-liberal-konservative Mehrheit im Europaparlament fördert via EU-Kommission die Atomlobby
- Die Atomstaaten werden massiv in dieser Technologie durch die EU subventioniert
- Die Endlagerung der atomaren Abfälle ist nicht geklärt
- Der Rohstoff Uran ist limitiert
Hier noch einige kritische Fakten:
Die Atomindustrie wurde von 1950 bis 2008 mit 165 Milliarden Euro unterstützt – allein 65 Milliarden Euro in Form von Steuervergünstigungen. Nur deshalb kann Atomstrom so günstig produziert werden. Der Preisvorteil kommt aber gar nicht beim Verbraucher an.
(Quelle)
Einen ehrlichen Ausstieg kann es ebenfalls nur geben, wenn staatliche Bürgschaften für Nuklearfinanzierungen im Export umgehend durch die Bundesregierung zurückgenommen werden. (Quelle)
Sollte es innerhalb Europas zu einem Super-Gau kommen, dann sind die Betreiber zumindest auf der ökonomisch sicheren Seite. Die Reaktoren in Europa sind mit einer Summe von 100 Millionen Euro versichert. Alle weiteren Kosten müssten durch die “Gemeinschaft” sprich, den Steuerzahler, übernommen werden. (Quelle)
Der Betrag von 100 Millionen Euro entspricht dem Reingewinn eines abgeschriebenen Atomkraftwerkes in hundert Tagen.
Einen europäischen Ausstieg aus der Atomenergie kann es nur geben, wenn sich gesamteuropäisch ein gesellschaftlicher, politischer und wirtschaftlicher Druck entwickelt.
Zudem müssen die Kompetenzen der EU-Kommision bzw. des EU-Parlaments erweitert werden. Atompolitik darf keine nationale Angelegenheit sein. Mögliche Gefahren und Unglücke betreffen alle Menschen in Europa.
Es kann und darf nicht sein, dass die Atomindustrie und einzelne Länder aus dem gesamteuropäischen Budget Fördermittel erhalten, aber Autonomie für sich in Anspruch nehmen.
Die Milliardenbeträge sollten in eine massive Förderung der regenerativen Engergieformen fliessen. Hinzu noch ein Abbau von Kartellen und Monopolstellungen einzelner Energiekonzerne.
Die Politik hat nur die Chance über den Fluss der finanziellen Mittel, die energiepolitische Richtung vorzugeben. Dazu gehört aber auch ein politischer Wille.
Deutschland muss es der EU vormachen. Man muss das Rad nicht nocheinmal erfinden. Ökologische Spitzentechnologie “Made in Germany” wäre der beste Ansatz, statt auf den Nachbarn zu schauen.
Diese Regierung ist verantwortlich für die Menschen im Land. Daher bedeutet es zunächst einmal die Gefahr zu erkennen, sich von wirtschaftlichen Lobbyisten zu trennen und den offensichtlichen Willen der Menschen im Lande umzusetzen. Es geht um Hausaufgaben, nicht um Ideologie. Die Bundeskanzlerin hat einen Eid geschworen.
…Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde….
Wenn Sie dies im Zusammenhang mit dem Atomausstieg ehrlich umsetzen will, dann muss Sie auch endlich europäischen Einfluss nehmen!
Kleiner Nachtrag zur Korruption in Japan. In Europa sicher undenkbar!???? (Quelle)
Original-Artikel von Wahlmonitor.de